Saturday, November 25, 2017

25 November 2014

Achtzehnter Reisetag

So langsam wird es zur Routine, 8:00 Uhr aufstehen, duschen, Frühstück und los.
Das Wetter sah nicht schlecht aus, die Sonne versuchte sich verzweifelt durch die Wolken zu kämpfen. Kühle frische Luft strömt zum Fenster herein, wir entschließen uns “lange Männer” und einen Pullover anzuziehen, mußten wir doch feststellen ,je weiter wir Germany kommen ,umso kälter und unbeständiger wird das Wetter. Nix mehr mit T-Shirt und Klapperlatschen.
Eine gute Entscheidung müssen wir später feststellen.
Die Grenze nach Österreich ist schnell erreicht, das lästige Pass aus der Jacke fummeln entfällt. Ein Picker’l an der nächsten Tankstelle gekauft und ab auf die Autobahn Richtung Salzburg. Am Horizont machen sich dunkle Wolken breit, wir ahnen Schlimmes. Und richtig, nach ca 100 km enspannter Fahrt müssen wir in die Pelle springen, es regnet… das nicht zu knapp. Gibt es da nicht dieses wunderschöne Lied von der griechischen Nachtigall gesungen “Salzburg lag im Sonnenschein…”, oder war das Straßburg Wink ? Naja egal, nachdem wir soviele Länder bereist haben darf man schon mal was durcheinander bringen.
Vereinzelte Staus, viele Tunnel, doch wir kommen gut voran. Wir sind guter Dinge das wir unser Etappenziel heute erreichen. Wir wollen nicht nur Österreich hinter uns lassen, sondern auch weitesgehend Tscheschien durchqueren. Nein, die A9 wollen wir nicht nehmen, sollten sich jetzt Fragezeichen über einigen Köpfen bilden.
Hinter Salzburg verlassen wir die Autobahn, wollen weiter auf der Landstraße Richtung Braunau, es regnet immer noch in Strömen.
Meine Regenüberzieher für die Schuhe sind so zerfetzt das sie ihrer Aufgabe nicht mehr gerecht werden können. Bevor das Wort Sch… überhaupt ausgesprochen ist taucht in Eugendorf ein Louis (Motorradbedarf) auf, ich erstehe neue Überzieher, es geht weiter. Von nun an sind starke Nerven gefragt, quälen wir uns doch inmitten von Blechkarren und Brummis durch die Orte, es regnet immer noch. Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit sinkt auf Material schonende 40 km/h. Nur wir werden nicht geschont, brüllen unter unseren Helmen wüste Schimpftiraden, keiner hört sie. Wir kommen einfach nicht voran, es regnet immer noch. Dann hat uns Deutschland wieder, wir fahren Richtung Passau, es regnet immer noch. Aprupt poltert Gerry plötzlich auf eine Tankstelle. Müssen wir schon wieder tanken?…Nein, wutentbrannt gibt er mir zu verstehen das er bis auf die Grundmauern durchnässt ist, sogar sein Gelege hat er sich schon verkühlt. Es hilft alles nichts, der Tag ist gelaufen, es wird Zeit das wir uns trocken legen. Ein freundlicher Zeitgenosse an der Tankstelle meint wir sollten nach Bad Füssing fahren, dort gibt es Unterkünfte in Hülle und Fülle. Gerry steuert das 3-Sternehotel des Ortes an, ihm scheint alles egal, ich streike. Nicht noch eine teure Nacht und so finden wir uns kurze Zeit später in der Touristeninformation wieder, die uns ein Zimmer in einem günstigen Hotelvermittelt. Das Hotel ist ok, hat es doch eine Heizung um unsere nassen Klamotten zu trocknen und einen Wifi-Spot. Eine heiße Dusche und die Welt ist wieder in Ordnung. Nun melden sich auch unsere Mägen wieder zu Wort, wir gehen zum Griechen um die Ecke. Die Speisekarte ist dem Alterdurchschnitt der Besucher angepasst, es gibt Seniorenteller. So weit sind wir noch nicht, also ordern wir anständige Portionen und reichlich Bier.
Beim kurzen Weg ins Hotel bekommen wir unsere Münder vor lauter Gähnen nicht mehr zu. Gute Nacht…
Aber morgen, da wollen wir wieder in unseren eigenen Bettchen schlafen.

  



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