Thursday, November 23, 2017

16 November 2014

Fünfter Reisetag

Auch am heutigen Tag blieb uns die allmorgendliche Prozedur nicht erspart. Aufstehen, Zahn putzen, Sachen packen, aufschnallen, frühstücken und ab geht die Post. Nur noch ca 600 km bis zum Ziel. Blick in den Himmel, zwar bewölkt, aber kein Regen.
Eigentlich hatte mein persönlicher Roadcaptain noch eine Übernachtung in Griechenland auf halber Strecke eingeplant, um sich alte Klostergemäuer anzuschauen , aber danach steht uns nun nicht mehr der Sinn. Wir wollen endlich Wasser sehen, aber nicht von oben, sondern dort wo es hingehört mit entsprechendem Salzgehalt. Wir wollen Meer.
Also frisch ans Werk, wir geben unseren Pferden die Sporen, jagen über kurvenreiche Strassen der griechischen Grenze entgegen. So richtig will es nicht voran gehen, obwohl wir die Könige der Landstrasse an allen möglichen und auch unmöglichen Stellen überholen. Kurz vor Bitola müssen wir uns auch mit einigen Eselskarren rumschlagen. Durch dieses Moloch müssen wir durch, es gibt keinen anderen Weg zum Grenzübergang Niki. Nur nicht stehen bleiben, die Gegend sieht nicht gerade vertrauenerweckend aus. Man fühlt sich in den Film “Das Zigeunerlager zieht in den Himmel” hineinversetzt. Am Stadtrand von Bitola sind einige Gestalten gestrandet die man nicht nach dem Weg fragen möchte. Sie wohnen in Behausungen die man dort nicht vermutet hätte sondern eher einigen Gegenden Afrikas zugeschreiben würde. Augen zu und durch die Grenze ist nah. Nach einer Taschenkontrolle durch den griechischen Grenzer haben wir auch diese Hürde genommen .
Nun sollte uns keine Grenze mehr aufhalten. Dank der gut ausgebauten Strassen konnten wir auch richtig Flamme geben und wurden nur wieder durch unseren Freund den Regen ausgebremst, der so plötzlich kam so das wir unsere Pelle auf der Autobahn anziehen mussten. Er sollte uns von nun an bis zum Ziel begleiten, mal stark, mal schwach und nur abgemildert durch etliche Tunnel die wir durchfahren mussten.
Trotzdem kamen wir gut voran und überfuhren am späten Abend die Brücke nach Patras nachdem wir 1,80€ für die Überfahrt berappt hatten. Wir waren so in Schwung das wir erstmal an der richtigen Ausfahrt vorbeigescheuert sind, erst eine später nahmen und so ungewollt die gesamte Stadt mit ihrem chaotischem Verkehr schon mal kennen lernen durften. Zum Glück war der Weg zum Super Rally Gelände gut ausgeschildert und so standen wir bald vorm Eingang im Pulk von hunderten Harleyfahren die die Fähre gerade ausgespuckt hatte.
Nachdem auch Schulle und Mordillo endlich auftauchten, die zuvor der griech. Gastfreundlichkeit nicht entfliehen konnten, durften wir endlich unseren zuvor abgesteckten Claim beziehen. Das aufbauen des Zeltes gestaltete sich dank der Wetterlage und absoluter Dunkelheit als äußerst schwierig. Dank des Regens standen wir dabei Knöcheltief im Schlamm und Worte kamen über unsere Lippen die ich hier nicht wiederholen möchte. Der Tag war gelaufen, dank der Zeitverschiebung war es bereits 0:00 Uhr, schnell noch n’ Bierchen und wir krochen Nass wie die Pudel ins Zelt.

        



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